8. February 2012

HörNACHRICHTEN, HörTECHNIK — 23. Juli, 2010 — 0 Kommentare

SpeechGuard ebnet den Weg zu einem besseren Sprachverstehen

Das Signalverarbeitungsverfahren SpeechGuard liegt dem Hörgerät Agil von Oticon zugrunde.

Das Sig­nalver­ar­beitungsver­fahren Speech­Guard liegt dem Hörg­erät Agil von Oti­con zugrunde.

Wenn Sie eine Men­schen­gruppe durch Bril­len­geläser betra­chten, die nicht auf Ihre Sehschwäche abges­timmt sind, sehen Sie die Gesichter nur ver­schwom­men und unscharf. Genauso ver­hält es sich auch mit Ver­ste­hen von Sprache. Jede Sprache enthält tonale und vitale Details, die es uns ermöglichen, ein Wort von einem anderen Wort, eine Stimme von einer anderen Stimme zu unter­schei­den. Mit zunehmen­dem Hörver­lust geht die Fähigkeit, diese Details zu erken­nen, ver­loren. Deshalb ist es wichtig, frühzeitig vorzubeugen.

So funk­tion­ieren herkömm­liche Hörgeräte

Herkömm­liche Hörsys­teme fol­gen der Strate­gie, die leisen Sprachanteile zu ver­stärken. In ruhi­gen Sit­u­a­tio­nen ist das ver­gle­ich­sweise ein­fach, aber in einer lärmhalti­gen Umge­bung erweist sich diese Auf­gabe als erhe­blich schwieriger. Denn laute und leise Klänge wer­den dann in einem eingeschränk­ten Dynamik­bere­ich zusam­menge­presst und machen es dem Nutzer schwer, die einzel­nen Klangquellen auseinan­derzuhal­ten und sich auf die Sprache zu fokussieren.

Herkömm­liche Hörg­eräte ste­hen in solchen Sit­u­a­tio­nen vor einer Entweder-oder-Entscheidung. Entweder erhöhen sie die Laut­stärke und ver­stärken dadurch Sprache und Hin­ter­grundgeräusche gle­icher­maßen. Oder sie dämpfen die Laut­stärke, um den Kom­fort zu erhöhen. Mit abnehmender Laut­stärke steigt jedoch das Risiko, auch andere Sprachde­tails unhör­bar zu machen, die Sie gerne hören wür­den. Steigt der Lär­man­teil dann plöt­zlich an, kann es eine Weile dauern, bis Sie die Sprache wieder in einer akzept­ablen Klangqual­ität hören, weil das Hörg­erät noch nicht real­isiert hat, dass der Lärm bere­its wieder abgeebbt ist. Dieser „Pump-Effekt“ irri­tiert nicht nur, son­dern er erschw­ert auch das Sprachverstehen.

Auf die Geschwindigkeit kommt es an

Anders Speech­Guard. Dieses Sig­nalver­ar­beitungsver­fahren, das dem neuen Hörsys­tem Agil von Oti­con (siehe Foto) zugrun­deliegt, arbeitet in einer so hohen Geschwindigkeit, dass es einer Entweder-oder-Entscheidung enthoben ist: es erhält gle­ichzeitig die Sprachde­tails und beugt einem Kom­fortver­lust vor. Speech­Guard begrenzt die Hin­ter­grundgeräusche auf ein kom­fort­a­bles Maß und ver­stärkt die Sprache so, dass ihre Klarheit und Kon­turen erhal­ten bleiben. Auf diese Weise muss der Nutzer weniger Energie auf­brin­gen, um einer Kon­ver­sa­tion zu fol­gen und es fällt ihm leichter, während eines Gespräches seine Aufmerk­samkeit auf mehrere Men­schen zu verteilen.

Zudem schützt Speech­Guard vor übermäßig lauten Klän­gen. Stellen Sie sich vor, dass Sie sich in einem Raum mit einem Fre­und unter­hal­ten und plöt­zlich schlägt die Tür mit einem lauten Knall zu. Unter Umstän­den wer­den Sie den Satz nicht voll­ständig ver­ste­hen und es gehen Ihnen ein, zwei Wörter „ver­loren“. Speech­Guard dämpft den Lärm in einer so großen Geschwindigkeit, dass Sie nicht aus der Kon­ver­sa­tion geris­sen wer­den und Wort für Wort klar und deut­lich ver­ste­hen. Herkömm­liche Hörg­eräte hinge­gen dämpfen den Lärm deut­lich länger, so dass ganze Satzteile vom Lärm ver­schluckt wer­den, ehe die Sprache wieder hervortritt.

18% mehr Sprachverstehen

Speech­Guard analysiert unabläs­sig und kon­tinuier­lich die Klangumge­bung. Es passt die Ver­stärkung beson­ders fein an jede Klangsi­t­u­a­tion an und erzeugt so einen aus­bal­ancierten und natür­lichen Sound. Dabei fokussiert es sich immer auf Sprache und ver­folgt die Strate­gie, die Authen­tiz­ität und Klangtreue von Stim­men zu erhal­ten. So wird das Hören spür­bar erle­ichtert. Ältere Tech­nolo­gien ver­lan­gen dem Nutzer eine Menge an Energie ab, denn sie stellen den Hörg­eräteträger vor die Auf­gabe, sich fehlende Teile des „Sprach­puz­zles“ zu erschließen. Speech­Guard hinge­gen bringt auch Details und Nuan­cen zu Klin­gen. Dadurch wird das Gehirn ent­lastet. Es ist nun wieder in der Lage, akustis­che Infor­ma­tio­nen zu fil­tern und rel­e­vante von irrel­e­van­ten akustis­chen Sig­nalen zu trennen.

Der Nutzen von Speech­Guard wurde in diversen wis­senschaftlichen Tests überprüft. Dabei ließ sich nach­weisen, dass sich das Hören auch in stres­si­gen Sit­u­a­tio­nen, wie z. B. in beru­flichen Meet­ings, verbessert. Die Test­per­so­nen ver­standen deut­lich mehr und fühlten sich am Ende des Tages weniger müde und erschöpft. Im Durch­schnitt wen­de­ten sie 10–15% weniger Energie auf, um zu hören. Dieses Ergeb­nis stellt einen großen Fortschritt dar.  Auch das Sprachver­ste­hen in lauter Umge­bung wurde in diesen Tests evaluiert. Ergeb­nis: Im Ver­gle­ich mit herkömm­lichen Hörsys­te­men verbessert Speech­Guard das Sprachver­ste­hen um 16–18%. Die Test­per­so­nen berichteten, dass sich ihre Leben­squal­ität erhöht habe und sie mehr und natür­licher mit Fam­i­lie, Fre­unde und Kol­le­gen kom­mu­nizieren würden.

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